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Datum erfassen
Daten sind das Herzstück jeder Genealogie. In GES-2000 gibt es für nahezu jedes Ereignis einer Person oder Familie ein eigenes Datumsfeld – zum Beispiel für Geburt, Taufe, Heirat, Tod oder Bestattung. Das Datum-Formular wird überall einheitlich verwendet und bietet weit mehr als nur ein einfaches Datumsfeld: Du kannst den Genauigkeitsgrad angeben, unterschiedliche Kalender verwenden, Ort und Quelle hinterlegen und die Vertraulichkeit des Eintrags festlegen.
Felder im Datum-Formular
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Datum | Das eigentliche Datum des Ereignisses. GES-2000 akzeptiert verschiedene Eingabeformate – siehe unten. |
| Kennzeichen | Gibt die Genauigkeit oder Art des Datums an, z.B. „um", „vor", „nach" oder „fraglich" – siehe unten. |
| Kalender | Der Kalendertyp des Datums. Standard ist der Gregorianische Kalender. Für ältere Quellen stehen weitere Kalender zur Verfügung – siehe unten. |
| Ort | Der Ort des Ereignisses, z.B. der Geburtsort. Du kannst einen vorhandenen Ort aus der Ortsverwaltung auswählen oder einen neuen anlegen. |
| Quelle | Die Quelle, aus der das Datum stammt, z.B. ein Kirchenbuch oder eine Sterbeurkunde. Du kannst eine vorhandene Quelle auswählen oder eine neue anlegen. |
| Buch | Bezeichnung des Bandes oder Buches innerhalb der Quelle, z.B. „Taufbuch 1842–1865". |
| Seite | Seiten- oder Folionummer in der Quelle. |
| Lfd.Nr. | Laufende Nummer des Eintrags, z.B. die fortlaufende Nummer im Kirchenbuch. |
| Uhrzeit | Uhrzeit des Ereignisses (z.B. bei Geburtsanmeldungen im Standesamt). |
| Ergänzung | Freitext für zusätzliche Angaben, die in kein anderes Feld passen. |
| Konfession | Religionszugehörigkeit (z.B. bei Taufen oder Bestattungen relevant). |
| Historientext | Freitext für eine ausführliche Beschreibung des Ereignisses oder wörtliche Zitate aus der Quelle. |
Datumseingabe – Formate
Im Feld Datum kannst du das Datum in verschiedenen Formaten eingeben. GES-2000 erkennt alle folgenden Varianten:
| Format | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
JJJJ |
1842 |
Nur das Jahr – wenn Tag und Monat nicht bekannt sind. Häufig bei weit zurückliegenden Ereignissen. |
JJJJ-MM |
1842-03 |
Jahr und Monat – wenn der genaue Tag nicht bekannt ist. |
JJJJ-MM-TT |
1842-03-03 |
ISO-Format (Jahr-Monat-Tag). Ideal für die Eingabe, wenn man nicht tippen möchte. |
TT.MM.JJJJ |
03.03.1842 |
Deutsches Format mit Punkten. Leerzeichen und Schrägstriche werden automatisch in Punkte umgewandelt. |
TTMMJJJJ |
03031842 |
8 Ziffern ohne Trennzeichen – schnellste Eingabemöglichkeit für geübte Benutzer. |
u1842 oder 1842u – beides wird als
„um 1842" interpretiert.
Zeitraum (Zwischen zwei Daten)
Manchmal ist nur bekannt, dass ein Ereignis zwischen zwei Daten stattgefunden hat. Wähle dafür das Kennzeichen i (zwischen) und gib beide Daten durch einen Schrägstrich getrennt ein:
i 1842/1845– irgendwann zwischen 1842 und 1845i 03.03.1842/17.11.1845– zwischen zwei genauen Daten
In alten Kirchenbüchern wurde zum Beispiel häufig nur das Quartal oder das halbe Jahr dokumentiert – hier ist das Zeitraum-Format sehr nützlich.
Kennzeichen (Genauigkeit des Datums)
Das Kennzeichen beschreibt, wie sicher oder genau das Datum ist. Es wird links neben dem Datumsfeld ausgewählt. In alten Kirchenbüchern und Zivilstandsregistern sind genaue Daten oft nicht dokumentiert – das Kennzeichen hilft, die Qualität der Information festzuhalten.
| Kürzel | Bezeichnung | Erläuterung / Beispiel |
|---|---|---|
(kein) |
Exakt | Das Datum ist genau bekannt und belegt. |
u |
um | Das Datum ist ungefähr bekannt, z.B. „um 1842" wenn nur das Jahr aus einem Volkszählungseintrag erschlossen wurde. |
s |
geschätzt | Das Datum wurde geschätzt, ohne eine konkrete Quelle zu haben – z.B. anhand des Alters auf einem Grabstein. |
r |
errechnet | Das Datum wurde aus anderen Angaben errechnet, z.B. das Geburtsjahr aus einem Heiratseintrag mit Altersangabe. |
p |
interpretiert | Das Datum wurde aus einem unleserlichen oder unklaren Quelleneintrag interpretiert. |
f |
fraglich | Das Datum ist zweifelhaft – es existiert eine Quelle, aber deren Richtigkeit ist unklar. |
g |
genannt | Die Person wird zu diesem Datum in einer Quelle erwähnt (z.B. als Zeuge), ohne dass es das Datum des Ereignisses ist. |
v |
vor | Das Ereignis fand vor diesem Datum statt, z.B. „vor 1842" wenn eine Person in einem Eintrag von 1842 bereits als verstorben bezeichnet wird. |
n |
nach | Das Ereignis fand nach diesem Datum statt. |
> |
ab (frühestens) | Das Datum ist der früheste mögliche Zeitpunkt. |
< |
bis (spätestens) | Das Datum ist der späteste mögliche Zeitpunkt. |
i |
zwischen | Das Ereignis lag zwischen zwei Daten (Zeitraum-Eingabe, siehe oben). |
c |
v.Chr. | Datum vor Christus – für weit zurückliegende historische Einträge. |
/ |
o-o | Außerehelich – wird bei unehelichen Geburten verwendet. |
a– ausgewanderte– eingewandertz– zugezogenw– weggezogen
Kalendertypen
Bis weit ins 19. Jahrhundert war in weiten Teilen Europas nicht der Gregorianische, sondern der Julianische Kalender in Kraft. Für ältere Kirchenbücher oder Quellen aus anderen Kulturen kannst du in GES-2000 den Kalendertyp des Datums festlegen.
| Kalender | Wann relevant |
|---|---|
| Gregorianisch (Standard) | Der heute gebräuchliche Kalender – gilt für alle Einträge ab der Kalenderreform, die in katholischen Gebieten 1582, in protestantischen Gebieten meist im 18. Jahrhundert eingeführt wurde. |
| Julianisch | Der ältere Kalender, der vor der Gregorianischen Reform verwendet wurde. Einträge aus russisch-orthodoxen Quellen nutzen den Julianischen Kalender teils bis ins 20. Jahrhundert. Der Unterschied zum Gregorianischen Kalender beträgt je nach Epoche 10–13 Tage. |
| Französisch (Revolutionskalender) | Der Französische Revolutionskalender war vom 22. September 1792 bis zum 31. Dezember 1805 in Frankreich und den besetzten Gebieten (u.a. linksrheinische Gebiete Deutschlands) offiziell in Kraft. Kirchenbücher und Standesamtseinträge aus dieser Zeit verwenden oft Daten wie „15 Vendémiaire an IV". |
| Hebräisch | Für Einträge aus jüdischen Gemeindebüchern oder israelischen Quellen, die den jüdischen Lunisolarkalender verwenden. |
| Islamisch | Für Quellen aus islamisch geprägten Ländern, die den islamischen Mondkalender (Hijri-Kalender) verwenden. |
Bewertung der Quelle
Mit der Bewertung kannst du festhalten, wie zuverlässig die Quelle für dieses Ereignis ist. Die Bewertung gilt separat für den Ort und die Quelle des Ereignisses. Du öffnest das Bewertungs-Menü durch einen Rechtsklick auf das jeweilige Feld.
| Bewertung | Bedeutung |
|---|---|
| Primär | Die Information stammt aus einer Primärquelle – d.h. aus einem Dokument, das zum Zeitpunkt des Ereignisses erstellt wurde (z.B. Geburtsregister, Taufbucheintrag, Sterbeurkunde). Das ist die höchste Bewertungsstufe. |
| Sekundär | Die Information stammt aus einer Sekundärquelle – einem Dokument, das nachträglich erstellt wurde (z.B. Familienstammbuch, Leichenpredigt, Grabinschrift, Volkszählung). |
| Fragwürdig | Die Quelle ist vorhanden, aber ihre Richtigkeit ist zweifelhaft – z.B. wenn eine Volkszählung widersprüchliche Altersangaben enthält. |
| Geschätzt | Die Angabe beruht nicht auf einer Quelle, sondern auf einer Schätzung. |
| ohne Bewertung | Es wurde keine Bewertung vergeben. |
Vertraulichkeit
Manche Datensätze sollen nicht in allen Ausgaben erscheinen oder nur von bestimmten Benutzern bearbeitet werden können. GES-2000 bietet drei Vertraulichkeitsstufen:
| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| Privat | Der Datensatz ist als privat markiert. Bei GEDCOM-Exporten und Druckausgaben kann er optional ausgeblendet werden. Typischer Einsatz: lebende Personen oder sensible Informationen. |
| Gesperrt | Der Datensatz ist schreibgeschützt. Änderungen sind nur nach einer zusätzlichen Bestätigung möglich. Nützlich, um abgeschlossene und geprüfte Einträge vor versehentlichen Änderungen zu schützen. |
| Vertraulich | Der Datensatz ist vertraulich. Er erscheint nicht in öffentlichen Ausgaben und ist nur für autorisierte Benutzer sichtbar. |
Die aktuelle Vertraulichkeitsstufe wird durch einen farbigen Balken am unteren Rand des Datum-Formulars angezeigt.
Tipps für die tägliche Arbeit
- Schnelleingabe ohne Trennzeichen: Für geübte Benutzer
ist das Format
TTMMJJJJam schnellsten – zum Beispiel03031842für den 3. März 1842. - Nur das Jahr: Wenn Tag und Monat unbekannt sind,
reicht die Eingabe des Jahres, z.B.
1842. - Kennzeichen direkt tippen: Statt das Kennzeichen
im Auswahlfeld zu suchen, kannst du es direkt vor oder nach dem
Datum eingeben, z.B.
u1842für „um 1842". - Ort aus der Ortsverwaltung wählen: Wenn du einen Ort eingibst, schlägt GES-2000 vorhandene Orte zur Auswahl vor. So vermeidest du Tippfehler und doppelte Einträge für denselben Ort.
- Quelle sofort anlegen: Du kannst direkt aus dem Datum-Formular eine neue Quelle anlegen, ohne das Formular verlassen zu müssen.
- Historientext für Zitate: Wenn du wörtliche Passagen aus einem Kirchenbucheintrag dokumentieren möchtest, nutze das Feld Historientext – dort kannst du den originalen Wortlaut festhalten.